Viele Menschen haben irgendwo noch ein Faxgerät stehen – oder bekommen von Behörden, Anwälten oder Ärzten immer noch Faxnummern hingeworfen. Und dann stellt sich die Frage: Brauche ich eigentlich Internet, um zu faxen? Was ist mit dem alten Gerät, das früher einfach an die Telefonbuchse angeschlossen wurde? Die Antwort ist komplizierter geworden als früher.

⚠️ Wichtig vorab: ISDN ist in Deutschland seit 2022 flächendeckend abgeschaltet. Alle Telefonverbindungen – inklusive Fax – laufen seitdem über das Internet (All-IP). Ein klassisches Fax "ohne Internet" ist in Deutschland heute technisch nicht mehr möglich.

Was war "Fax ohne Internet" früher?

Bis zur Umstellung auf All-IP gab es in Deutschland zwei klassische Wege zu faxen:

Beide Varianten liefen vollständig über das Telefonnetz – kein Router, kein Breitband, kein WLAN. Das Faxgerät wurde direkt an die Telefonbuchse angesteckt und funktionierte. Punkt.

Was hat sich geändert – die All-IP-Umstellung

Seit 2022 gibt es in Deutschland kein analoges Telefonnetz und kein ISDN-Netz mehr. Alle Anbieter – Telekom, Vodafone, O2 und alle anderen – haben ihre Kunden auf All-IP umgestellt. Das bedeutet: Telefonie, Fax und Internet laufen alle über denselben IP-Datenstrom, also über das Internet.

Technisch gesprochen: Früher wurde ein Fax als analoges Signal über die Kupferleitung übertragen. Heute wird es als Datenpakete über IP-Protokolle geleitet – in der Regel via T.38 (FoIP – Fax over IP). T.38 ist ein Standard, der speziell für die Übertragung von Faxdaten über IP-Netze entwickelt wurde und Verzögerungen und Paketverluste ausgleicht.

💡 Kurz gesagt: Jedes Fax in Deutschland geht heute über das Internet – ob du es weißt oder nicht. Das Faxgerät macht es nur unsichtbar, weil es sich wie bisher an den Router anschließt.

Was bedeutet das für dein altes Faxgerät?

Viele Faxgeräte funktionieren auch nach der All-IP-Umstellung noch – aber nur, wenn sie an einen analogen Adapter (ATA) oder an eine FritzBox angeschlossen werden, die diesen Adapter simuliert. Das Faxgerät "denkt", es hängt an einer analogen Leitung; die FritzBox übersetzt das Signal intern in VoIP.

Das Problem dabei: Die Zuverlässigkeit dieser Übersetzung hängt stark vom Internetanbieter ab. Wer T.38 nicht unterstützt, schickt das Fax als normalen Sprachkanal – was zu häufigen Übertragungsfehlern, Verbindungsabbrüchen und nicht angekommenen Faxen führt.

SituationFax möglich?Zuverlässigkeit
Altes Gerät, FritzBox, Telekom-Glasfaser✅ JaGut (T.38 unterstützt)
Altes Gerät, FritzBox, Kabelanschluss⚠️ MeistensEingeschränkt (kein T.38)
Altes Gerät direkt an Telefonbuchse (ISDN)❌ NeinISDN abgeschaltet
Kein Internet vorhanden❌ NeinNicht möglich
Online-Faxdienst über Smartphone/PC✅ JaSehr hoch

Was tun, wenn kein stabiles Internet vorhanden ist?

In seltenen Fällen – zum Beispiel bei Stromausfall mit Mobilfallback, sehr schlechtem DSL oder auf Reisen – stellt sich die Frage, wie man noch faxen kann, wenn die Leitung wackelt.

Option 1: Online-Faxdienst über Mobilfunk

Online-Faxdienste wie SofortFax brauchen keine stabile Festnetzverbindung. Solange du mobiles Internet (LTE, 4G, 5G) hast, kannst du ein Fax genauso bequem vom Smartphone aus senden wie vom PC. Du lädst das PDF hoch, gibst die Faxnummer ein – fertig. Die Übertragung übernimmt der Dienst über professionelle Faxleitungen.

Option 2: Fax-App auf dem Smartphone

Es gibt mehrere Fax-Apps für iOS und Android, die Faxe über Mobilfunk senden können. Qualität und Preis variieren stark. Viele bieten Einzelfax-Versendungen ohne Abo an – ähnlich wie SofortFax. Für ein einzelnes wichtiges Dokument ist das eine praktische Notlösung.

Option 3: Faxe über den PC senden – ohne eigenes Faxgerät

Wer kein Faxgerät hat (oder eines, das nicht mehr zuverlässig funktioniert), kann Dokumente direkt am PC als Fax versenden. Voraussetzung ist lediglich eine Internetverbindung – kein Drucker, kein Scanner, kein Gerät. Das PDF einfach hochladen und los.

Tipp für Einmalfaxe: Wenn du nur ab und zu ein Fax brauchst – zum Beispiel für eine Kündigung, einen Behördenbrief oder ein medizinisches Formular – lohnt sich ein Online-Faxdienst ohne Abo deutlich mehr als ein Faxgerät, das verstaubt und beim nächsten Anruf trotzdem nicht funktioniert.

Braucht man 2026 noch ein Faxgerät?

Für die meisten Menschen: nein. Die Situationen, in denen man regelmäßig faxen muss, werden weniger – gleichzeitig sind Online-Faxdienste heute so unkompliziert geworden, dass ein eigenes Gerät keinen Vorteil mehr bietet. Kein Papier, kein Toner, kein Gerät, das regelmäßig Probleme macht.

Für Unternehmen mit sehr hohem Faxaufkommen (z. B. Anwaltskanzleien, Arztpraxen, Behörden) gibt es professionelle VoIP-Faxlösungen mit dedizierten Faxservern – aber das ist eine andere Kategorie als das Heimgerät.

Einfach faxen – ohne Gerät, ohne Abo

PDF hochladen, Faxnummer eingeben, absenden. Funktioniert von jedem Gerät mit Internetverbindung – auch unterwegs per Smartphone.

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Fazit: Fax ohne Internet gibt es in Deutschland nicht mehr

Seit der Abschaltung von ISDN ist jedes Fax in Deutschland ein Fax über IP – egal ob du es weißt oder nicht. Das alte Faxgerät funktioniert noch, aber nur über den Router, der wiederum über das Internet läuft. Wer kein Internet hat oder ein unzuverlässiges Gerät, ist mit einem Online-Faxdienst besser bedient: kein Setup, keine Fehlersuche, einfach senden.