Viele sprechen vom „Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid“. Rechtlich heißt das Rechtsmittel im Bußgeldverfahren aber Einspruch. Das ist mehr als eine Wortklauberei: Wer im Schreiben „Einspruch“ schreibt, macht unmissverständlich klar, was er will. Ein falsch benanntes Schreiben wird in der Regel trotzdem als Einspruch behandelt, wenn der Wille erkennbar ist. Sauberer ist es, gleich den richtigen Begriff zu verwenden.
💡 Kurz zusammengefasst: Gegen einen Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung schriftlich Einspruch bei der Behörde einlegen, die den Bescheid erlassen hat (§ 67 OWiG). Ein Fax mit Ihrer Unterschrift erfüllt die Schriftform. Eine Begründung ist nicht vorgeschrieben.
Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid – was liegt vor Ihnen?
Bevor Sie etwas faxen, lohnt ein genauer Blick auf das Schreiben. Häufig kommt zuerst ein Anhörungsbogen oder ein Zeugenfragebogen. Das ist noch kein Bescheid, sondern die Gelegenheit, sich zu äußern. Ihre Personalien müssen Sie angeben, zur Sache selbst müssen Sie sich nicht äußern. Ein Einspruch ist in diesem Stadium weder nötig noch möglich.
Erst der Bußgeldbescheid setzt die Zweiwochenfrist in Gang. Sie erkennen ihn an der Überschrift, der festgesetzten Geldbuße, eventuell Punkten oder einem Fahrverbot und der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende. Dort steht auch, an welche Behörde der Einspruch zu richten ist.
Die Frist: zwei Wochen ab Zustellung
Die Frist beginnt mit der Zustellung. Bußgeldbescheide werden meist förmlich mit gelbem Umschlag zugestellt, das Zustelldatum steht auf dem Umschlag. Heben Sie den Umschlag deshalb auf. Maßgeblich für die Fristwahrung ist der Eingang bei der Behörde, nicht das Absendedatum. Genau hier spielt das Fax seine Stärke aus: Es ist in Minuten beim Empfänger, auch am letzten Tag der Frist.
⚠️ Wichtig: Verlassen Sie sich nicht auf die letzte Minute. Faxgeräte von Behörden können belegt oder gestört sein. Wer einen Tag vorher sendet, hat Zeit für einen zweiten Versuch.
Mustertext: Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid
Ein Einspruch kann sehr kurz sein. Eine Begründung können Sie später nachreichen, etwa nachdem Sie Akteneinsicht genommen haben. Passen Sie die Angaben in eckigen Klammern an:
Schritt für Schritt: Einspruch per Fax senden
- Schreiben aufsetzen und unterschreiben – Drucken Sie den Text aus, unterschreiben Sie und fotografieren oder scannen Sie die Seite. Alternativ fügen Sie Ihre Unterschrift digital in das PDF ein.
- Faxnummer prüfen – Nehmen Sie die Faxnummer aus dem Bescheid oder von der offiziellen Website der Bußgeldstelle. Faxnummern aus Foren oder alten Schreiben können veraltet sein.
- Fax senden – Bei SofortFax laden Sie das PDF oder Foto hoch, geben die Faxnummer ein und bezahlen einmalig. Ein Konto brauchen Sie nicht.
- Sendebericht aufbewahren – Nach dem Versand kommt der Sendebericht per E-Mail. Speichern Sie ihn zusammen mit dem Einspruch und dem Zustellumschlag.
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Was passiert nach dem Einspruch?
Die Bußgeldstelle prüft den Fall erneut. Sie kann den Bescheid zurücknehmen, das Verfahren einstellen oder am Bescheid festhalten. Im letzten Fall gibt sie die Akte über die Staatsanwaltschaft an das Amtsgericht ab. Dort wird über Ihren Einspruch entschieden, häufig in einer Hauptverhandlung.
Bedenken Sie: Das Gericht entscheidet selbstständig und ist nicht an den Betrag im Bescheid gebunden. Ein Einspruch „ins Blaue“ ist deshalb nicht immer sinnvoll. Prüfen Sie vorher, ob es konkrete Ansatzpunkte gibt, zum Beispiel ein unscharfes Fahrerfoto, Zweifel an der Messung oder einen falschen Tatort.
Akteneinsicht und Beratung
Ob sich ein Einspruch lohnt, zeigt oft erst die Bußgeldakte mit Messprotokoll und Fotos. Am einfachsten bekommen Sie sie über einen Anwalt für Verkehrsrecht. Wenn Sie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung haben, fragen Sie dort vorab nach, ob die Kosten übernommen werden. Den Einspruch selbst sollten Sie aber schon fristgerecht einlegen, damit die Frist nicht verstreicht, während Sie noch überlegen.
Typische Fehler vermeiden
- Falscher Empfänger: Der Einspruch geht an die Behörde, die den Bescheid erlassen hat, nicht an die Polizei oder das Gericht.
- Fehlendes Aktenzeichen: Ohne Aktenzeichen kann das Schreiben nicht zugeordnet werden.
- Keine Unterschrift: Unterschreiben Sie das Schreiben, bevor Sie es faxen.
- Nur Fotos gefaxt: Farbfotos kommen per Fax oft dunkel an. Beweisfotos schicken Sie besser später mit der Begründung oder über den Anwalt.
Häufige Fragen zum Einspruch gegen den Bußgeldbescheid
Ist ein Einspruch per Fax gültig?
Ja. Der Einspruch muss schriftlich oder zur Niederschrift bei der Behörde eingelegt werden. Ein unterschriebenes Schreiben, das per Fax übermittelt wird, wird als schriftlicher Einspruch anerkannt.
Wie lange habe ich für den Einspruch Zeit?
Zwei Wochen ab Zustellung des Bußgeldbescheids. Entscheidend ist, dass der Einspruch innerhalb dieser Frist bei der Behörde eingeht.
Muss ich den Einspruch begründen?
Nein, eine Begründung ist nicht vorgeschrieben. Sie können sie nachreichen, zum Beispiel nach der Akteneinsicht.
Kann ich gegen einen Anhörungsbogen Einspruch einlegen?
Nein. Der Anhörungsbogen ist noch kein Bescheid. Sie können sich äußern, müssen es zur Sache aber nicht. Einspruch legen Sie erst gegen den Bußgeldbescheid ein.
Fazit
Der Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid ist schnell geschrieben: Aktenzeichen, ein klarer Satz, Unterschrift. Wichtig sind die Zweiwochenfrist und der Nachweis, dass das Schreiben rechtzeitig angekommen ist. Mit SofortFax senden Sie den Einspruch in wenigen Minuten vom Handy oder PC und erhalten den Sendebericht per E-Mail.